Am 22. Oktober wird, wie jedes Jahr der „Tag des Österreichischen Sekts“ gefeiert: normalerweise haben hier zahlreiche Sektkellereien einen Tag der offenen Tür und laden zu Verkostungen und angeregten Austausch ein – Heuer natürlich nur eingeschränkt …

Wer dennoch verkosten möchte: hier bietet sich das Kostpaket von „Wein & Co“ an.

Sekttradition aus Österreich

Für uns ist dieses Datum Anlass genug um uns etwas näher mit dem Österreichischen Sekt auseinander zu setzen – Prosecco wurde schon zur genüge behandelt. Schaumwein, besonders Österreichischer Schaumwein, erfreut sich hier zu Lande immer größerer Beliebtheit. Wobei man festhalten muss, dass es in unserer Alpenrepublik eine lange Sekttradition gibt. Diese geht ursprünglich auf das Traditionshaus Schlumberger zurück: So begann im Jahr 1842 Robert Alwin Schlumberger in Bad Vöslau mit der Schlumberger-Champagner Produktion, zuvor hat er für das Champagnerhaus Ruinart gearbeitet.

Von Österreich nach ganz Europa

Nur 20 Jahre später wurde Schlumbergers Leistung schon international gewürdigt: der österreichische Sekt von Schlumberger, wurde anlässlich der Weltausstellung in England auf der Weinkarte im Palast von Königin Viktoria geführt.
Erfolg sorgt natürlich dafür, dass andere auch auf den „Karren“ aufspringen: 1890 begann Johann Kattus in Wien die Sektproduktion auf und belieferte bereits bald nach der Eröffnung zahlreiche Kaiser- und Fürstenhäuser.

Wobei zu dieser Zeit nicht von Sekt gesprochen wurde sondern – und das ganz selbstverständlich – von österreichischen Champagner. Dies änderte sich erst mit Ende des Ersten Weltkriegs und dem damit einhergehenden Frieden von Versailles von 1919 – überhaupt ist Champagner mittlerweile eine der stärksten Marken der Welt.

Champagner oder Sekt

Wurde dann bis 1995 zumindest noch von der „Méthode Champenoise“ gesprochen, wurde auch dieser Begriff (Markenschutz bei Champagner) durch die EU untersagt und seither wird von „Méthode Traditionelle“ (traditionelle Methode) gesprochen.

Neben der „Méthode Traditionelle“ gibt es dann auch noch die „Méthode Charmat“ (Großraumgärverfahren), welche für „Österreichischen Sekt G.U.“ erlaubt ist (Lesen Sie dazu hier mehr).

Grundsätzlich dürfen mit den genannten Methoden alle in Österreich für Qualitätswein zugelassenen Rebsorten zu Sekt verarbeitet werden. Zusätzlich dazu gibt es noch folgende Spielarten: Rosé (Hergestellt aus Rosé als Grundwein), Blanc de Blancs (Hergestellt aus ausschließlich weißen Trauben), Blanc de Noirs (Hergestellt aus ausschließlich blauen Trauben, die schonend gepresst werden, wodurch keine oder kaum Farbstoffauslaugung aus den Beerenhäuten passiert).

Wie ist das mit dem Restzucker?

Weiters werden Schaumweine nach Zuckergehalt eingeteilt:

  • brut nature: 0-3 g/l
  • extra brut/extra herb: 0-6 g/l
  • brut/herb: bis 12 g/l
  • extra trocken/très sec/extra dry: 12-17 g/l
  • trocken/sec/dry/secco: 17-32 g/l
  • halbtrocken/demi sec/medium dry: 32-50 g/l
  • mild/dolce/doux/sweet: über 50 g/l

Die österreichische Sekt-Qualitätspyramide

Neben all den zuvor genannten Punkten wurde aber auch eine eigene Sekt-Qualitätspyramide für österreichische Schaumweine geschafften. Wenn man die Bezeichnungen „Österreichischer Sekt geschützten Ursprungs“ (in den Kategorien „Klassik“, „Reserve“ oder „Große Reserve“) auf den Etiketten führen möchte, ist die Einhaltung der jeweiligen Qualitätsparameter rechtlich verpflichtend. Diese Paramenter orientieren sich an höchsten Standarts, wie etwa bei Champagner oder Franciacorta.

Quelle: www.oesterreichsekt.at

Stufe 1: Österreichischer Sekt „Klassik“

  • Trauben aus einem Bundesland, Verarbeitung und Versektung in Österreich
  • Mindestens 9 Monate Lagerzeit auf der Hefe
  • Mindestens 12 Monate ab Ernte / Erstverkauf am 22.10. des Folgejahres
  • Alle Methoden erlaubt, die zur Sekterzeugung geeignet sind
  • Alles Stilistiken / alle Dosagen / alle „Farben“ (weiß, rosé, rot) erlaubt
  • Alkoholgehalt, der mit max. 12,5% Vol. am Etikett anzugeben ist
  • Keine Lagenbezeichnung, keine nähere Herkunftsbezeichnung erlaubt
  • Jahrgangsbezeichnung erlaubt
  • Traubenverarbeitung nach dem Gesetz

Stufe 2: Österreichischer Sekt „Reserve“

  • Ernte und Pressung in einem Bundesland
  • Trauben zu 100% aus einem Bundesland (als Weinbaugebiet)
  • Ausschließlich Traditionelle Flaschengärung
  • Mindestens 24 Monate ab Ernte / Erstverkauf am 22.10. des dem Folgejahr folgenden Jahres (nach 2 Jahren)
  • Mindestens 18 Monate Reifung auf der Hefe
  • Ausbeutesatz 60% (Saft der Traubenmenge)
  • Herkunftsbezeichnung Bundesland
  • Keine Lagen-/Ortschaftsbezeichnung erlaubt
  • Jahrgangsbezeichnung erlaubt
  • Ausschließlich brut und extra brut bzw. brut nature
  • Weiß und rosé erlaubt
  • Handlese
  • Ganztraubenpressung

Sufe 3: Österreichischer Sekt „Große Reserve“

  • Trauben aus abgegrenztem Gebiet / Gemeinde*
  • Mindestens 36 Monate ab Ernte / Erstverkauf 22.10. (nach 3 Jahren)
  • Mindestens 30 Monate auf der Hefe
  • Ausschließlich Traditionelle Flaschengärung
  • Ausbeutesatz 50% (Saft der Traubenmenge)
  • Lagenbezeichnung für angemeldete Rieden erlaubt
  • Ausschließlich brut und extra brut/brut nature
  • Handlese (max. Schütthöhe 35cm)
  • Pressung: Korbpresse oder pneumatisch
  • Grundweine weiß oder rosé (kein Vermischen/Verschneiden von rotem und weißem Wein). D.h. keine weißen Trauben für Rosé
  • Pressung im Gerichtsbezirk der Traubenherkunft / Mosttransport erlaubt
  • Derzeit keine Eingrenzung des Alkoholgehalts nach unten oder oben
  • Ganztraubenpressung