Eine Vertikale: Marqués de Murrieta von 1995 bis 2011

Vor kurzem hatte ich die große Freude, bzw. das große Vergnügen und durfte bei einer irrsinnig spannenden Verkostung mittrinken. Verkostet wurde Marques de Murrieta und zwar folgende Jahrgänge: 1995, 1998, 2000, 2002, 2004, 2008 und 2011 – der Dank dafür gebührt Christian Pinetz.

Schon vor zwei Jahren durfte ich – im selben Haushalt – eine spannende Rioja-Vertikale mit Weinen von Marques de Riscal miterleben. Diese erste Verkostung weckte mein Interesse und meine Freude an Rioja.

Grundsätzlich zeichnen sich die roten Weine aus der spanischen Weinbauregion durch eine intensive kirschrote Farbe und ein kräftiges Aroma aus. Noten von sonnengereiften Früchten, einen tiefen Charakter und Vanillearomen (Holzausbau) liegen im Vordergrund.

Was wurde gekostet

Aber nun zu den verkosteten Weinen (alle wurden ca. 2 Stunden vor dem Kosten geöffnet und nicht dekantiert):

Marqués de Murrieta, Jahrgang 1995, 1998, 2000, 2002, 2004, 2008 und 2011 (Bild: Pinetz)

Castillo Ygay 1995, Marqués de Murrieta, Reserva Especial, 12 % vol. Alk.

Für das Alter hatte der Wein noch eine tolle Farbdeckung, wobei es nur noch zu einem ziegelroten Ton reichte, mit orangen Reflexen am Rand.
In der Nase war eine feine Würze, etwas kräutriges und ganz zartes fruchtiges Aroma im Vordergrund. Im Hintergrund schwang ein Hauch von Sherry mit.
Am Gaumen zeigte sich der Wein dann sehr vielschichtig, mit Noten von Weichsel, Sauerkirsch und Zwetschke. Das Tannin war fein und perfekt eingebunden, einzig der Abgang war relativ kurz.

Marqués de Murrieta, Ygay, Reserva 1998, 12 % vol. Alk.

Relativ sattes Rot, mit schwarzen Kern und leichten orangen Aufhellungen am Rand, so präsentiert sich dieser Rioja im Glas.
Das Aroma ist anfänglich sehr verhalten, bis sich dann eine leichte Würze auftut, die sich sehr feingliedrig gibt.
Am Gaumen liegt eine fruchtige Süße im Vordergrund, abgerundet von Kirsche gepaart mit einer leichten Säure und feinem Tannin.

Marqués de Murrieta, Ygay, Reserva 2000, 13 % vol. Alk.

Die Farbe ist fast Deckungsgleich zum Jahrgang 1998. Jedoch ist dieser Wein in der Nase sehr rund mit angenehmer Frucht, etwas kräutrig und leichten Holz-Aromen.
Am Gaumen zeigt sich dann eine schön vorhandene Säure, wieder liegen Fruchtnoten von Kirsche und etwas Zwetschke im Vordergrund. Das ganze wird von einer angenehmen Struktur getragen und durch einen perfekten, zarten Abgang abgerundet.

Marqués de Murrieta, Ygay, Reserva 2002, 14 % vol. Alk.

Die Farbe des Rioja ist ein dunkles Rubinrot – fast keine orangen Reflexe – und schwarz im Kern.
In der Nase dann ein feines Spiel von Holz, Bitterschokolade und nur einem Hauch Frucht.
Am Gaumen setzt sich das Aromenbild fort: Bitterschokolade, etwas Leder und Vanille – das Ganze ist eingerahmt von Frucht, Säure und perfekt eingebundenem Tannin. Der Abgang war angenehm lang.

Marqués de Murrieta, Ygay, Reserva 2004, 14 % vol. Alk.

Die Farbe ist auf den ersten Blick sehr jugendlich, schönes Rubinrot, schwarzer Kern – erst bei sehr genauen Blick zeigen sich ganz leichte braune Reflexe.
In der Nase liegt eine leichte Schärfe im Vordergrund (ein minimaler Hauch von Sherry), viele Kräuternoten und eine leichte Alterungsnote.
Am Gaumen präsentiert sich viel Frucht, Kräuter, feine Säure und Tannin. Jedoch schwingt im Hintergrund immer ein wenig diese Alterungsnote nach.

Marqués de Murrieta, Ygay, Reserva 2008, 14 % vol. Alk.

Im Glas blinkt einem ein schönes Rubinrot – mit einer leichten Aufhellung zum Rand hin – entgegen.
In der Nase kitzelt einen dann eine feine Würze, etwas Holz, Sauerkirsche und Zwetschke.
Am Gaumen zeigt sich die gesamte Breite des Rioja: angenehmes Tannin, ein fein spürbares Holz, Vanille, etwas Sauerkirsche und Kirsche. Alles in allem zeigt sich der Wein sehr mollig.

Marqués de Murrieta, Ygay, Reserva 2011,  14 % vol. Alk.

Leider fehlerhaft.

Resumee

Die Verkostung war – wie schon zuvor geschrieben – extrem spannend, in erster Linie deswegen, weil sich die Weine alle sehr jugendlich gezeigt haben. Einzig bei der Farbe zeigte sich teilweise das Alter.