Grappa spaltet meistens die Gemüter, dabei ist er ein richtig vorzüglicher Schnaps.

Um es frei nach Shakespears Hamlet zu sagen: „Grappa oder kein Grappa; das ist hier die Frage!“

Selten polarisiert ein Schnaps so sehr wie der klare Italiener: In unserem Freundeskreis zeigt sich nur allzu oft: Grappa mag man – oder eben nicht. Für die einen ist er ein wirklich feiner Geist; für die anderen nur ein Gläschen Putzalkohol, das man in jeder Pizzeria zur Rechnung dazu bekommt.

Grappa der begeistert

Dabei kann guter Grappa wirklich begeistern! Jene beiden, die Ihr auf dem Foto seht zum Beispiel: “Uva Viva Italiana di Poli” und “Psenner Grappa Classic”.

Ersterer – der von Poli – präsentiert sich lieblich und frisch, fast schon frühlingshaft, mit Noten von Birne, Aprikose und etwas Orangenblüte. Am Ende zeigt sich dann auch noch eine angenehme wärmenden Schärfe im Abgang.

Der Zweite – von Psenner – ist schon wesentlich typischer: so lässt dieser sich als sehr kräftig, besser gesagt kernig – wie seine Herkunftsland Südtirol – beschreiben. Im Vordergrund steht eine intensive, aber schöne Frische, mit einem anklang von Marzipan. Der Abgang ist dann etwas rauer und schärfer als beim Poli.

Ein kleiner Einblick

Die zwei verkosteten Grappe, sind aber nur ein extrem kleiner Einblick in dieses vielfältige Thema der Tresterbrände. Jedoch zeigen sie sehr gut die Bandbreite dieses Schnaps, von fruchtig zart bis kernig rau – alles dabei.

Diese große Bandbreite liegt aber auch an der Vielfalt des Grundproduktes: der Grappa von Poli wurde aus dem Trester von Trauben der Rebsorten Malvasia Aromatica und Moscato Bianco produziert. Jener von Psenner wird, unteranderem, aus dem Trester der Rebsorten Vernatsch und Blauburgunder aus Südtirol gebrannt.