Brunello di Montalcino DOCG, 2015

Ein Brunello di Montalcino DOCG, 2015 um Eur. 16,99 ist schon eine Ansage. Gekauft wurde der Wein beim Discounter „Hofer“ – für unsere deutschen Leser: „Aldi“.

Was soll man da schon falsch machen? Der Preis ist mehr als in Ordnung, und wenn sich der Wein DOCG nennen darf, muss sich dieser an dieselben strengen Regeln halten, wie auch die top Brunellos:

Für die Herstellung des Brunello di Montalcino gelten strenge DOCG-Regeln, die vom „Consorzio del Vino Brunello di Montalcino“ festgesetzt werden. Anbau und Vinification sind ausschließlich in Montalcino genehmigt. Er wird sortenrein aus einer Spielart der Sangiovese-Traube, die Sangiovese Grosso oder Brunello genannt wird, gekeltert. Der Ertrag ist auf maximal 52 Hektoliter Wein pro Hektar begrenzt. Der Brunello wird erst ab dem 1. Januar des fünften auf die Ernte folgenden Jahres für den offiziellen Handel freigegeben, er muss mindestens zwei Jahre in Eichenfässern ausgebaut sein und mindestens vier Monate Flaschenreife haben. (Quelle: Wikipedia)

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich Brunellos, durch ein blumiges Aroma, etwas nach Veilchen, auzeichnen. Der Geschmack ist kraftvoll und körperreich: solange sie noch jung sind stehen zarte Bittertöne im Vordergrund (hoher Tanningehalt).  Je älter die Weine werden, desto geschmeidiger werden diese – die Tanninstruktur wird immer besser in das Gesamtbild integriert. Dennoch bleiben die Weine immer sehr rassig und haben einen eigenen Charakter.

Nun zum Hofer Brunello

Auf dem Rückenetikett kann man folgendes Lesen:

2015, Brunello die Montalcino, 14 % vol. – Der Brunello ist einer der bekanntesten italienischen Weine. Nach vier Jahren Alterung, davon zwei Jahre in Eichenholzfässern, präsentiert sich dieser Wein in tiefroter Farbe mit granatfarbenen Reflexen und duftet würzig nach Vanille und Waldbeeren. (…)

Eines gleich vorweg, die Beschreibung liegt nicht weit von der Realität entfernt: Beerennoten liegen klar im Vordergrund – am Gaumen, dann auch ganz angenehmes Tannin. Beim ersten rein riechen schwingt aber eine ordentliche Portion Essig mit, die sich mit der Zeit zwar verringert, aber im Hintergrund immer präsent bleibt.

Einzig bei der Farbe bin ich etwas kritisch, denn hier liegt ein eindeutiger Kochton vor, den man eigentlich eher bei älteren Jahrgängen erwarten würde.

Fazit

Grundsätzlich muss man sagen, der Wein ist für diesen Preis anständig. Natürlich fehlen eine gewisse Tiefe und Komplexität – aber für diesen Preis …

Jedoch stellt sich die Frage, ob nicht lieber etwas mehr ausgeben (für das doppelte bekommt man durchaus richtig gelungene Brunellos) und dann auch das richtige Brunello-Trinkvergnügen dafür erhalten?!