Eine Onlineverkostung geleitet von Willi Klinger

Unter dem Motto „Weinduell – Österreich gegen den Rest der Welt“ hat die der Studiengang Internationales Weinmarketing (FH Burgenland) gemeinsam mit dem „Wein und Co“ eine Onlineverkostung auf die Beine gestellt, die wirklich gelungen war (Es handelt sich dabei um das von uns verloste Verkostungs-Paket).

Es wurden immer ein Österreicher mit einem internationalen Pendant verglichen. In drei Flights wurde so versucht einen ersten Einblick in die Welt des Weines zu geben.

Österreich vs. Frankreich

Im ersten Durchgang trat ein Chardonnay aus dem Burgenland gegen einen Chablis an.

Chablis:

  • Produzent: Simonnet-Febvre
  • Gebiet: Frankreich/Burgund/Chablis
  • Sorte: Chardonnay
  • Alkoholgehalt: 12,5 %
  • Jahrgang: 2018
  • Trinkreife: bis ca. 2022
  • Preis: ca. 19.-

Der im Stahltank ausgebaute Chablis präsentiert sich klar und hell. Die elegante und schlanke Nase wird von einer leichten Note nach Zitrus begleitet. Am Gaumen ist der Wein dann überraschend mineralisch – fast schon salzig – mit einer ganz leichten Bitterkeit im Abgang. Alles in Allem ist dieser Chablis äußerst leicht und lustig zum Trinken.

Chardonnay Kalk & Schiefer Leithaberg DAC

  • Produzent: Kirchknopf
  • Gebiet: Österreich/Burgenland/Leithaberg DAC
  • Sorte: Chardonnay
  • Alkoholgehalt: 14 %
  • Jahrgang: 2019
  • Trinkreife: bis ca. 2030
  • Preis: ca. 15.-

Der feinen Nase dieses Chardonnays merkt man gleich an das der Wein Holzkontakt hatte. Aber diese Töne sind hier nicht sehr aufdringlich und werden von einer angenehmen Frucht abgerundet. Am Gaumen, besser gesagt auf der Zunge, zeigt sich eine leichtes „brizeln“ (als würde der Wein etwas moussieren). Es steht eindeutig die Mineralik im Vordergrund. Im Gegensatz zum Chablis ist dieser Wein, alleine schon durch seinen Alkoholgehakt, eine absolute Wuchtbrumme.

Österreich vs. Neue Welt

In dieser Runde traten je ein Sauvignon Blanc aus Neuseeland und einer aus der Steiermark gegeneinander an.

Sauvignon Blanc

  • Produzent: Salmon & Andrew
  • Gebiet: Neuseeland/Marlborough
  • Sorte: Sauvignon Blanc
  • Alkoholgehalt: 12,5 %
  • Jahrgang: 2019
  • Trinkreife: bis ca. 2025
  • Preis: ca. 16.-

Der klare und sehr helle Wein, präsentiert sich zu Anfangs mit einem starken „Stinkerl“, welches mit der Zeit im Glas aber weniger wird. Jedoch bleibt der Wein in seiner Aromatik sehr kühl. Am Gaumen zeigt sich der Wein dann sehr fruchtig, in erster Linie Tropenfrüchte wie Maracuja. Diese tropische Frucht wird aber von einer feingliedrigen  Würze begleitet, die man so am Anfang nicht erwartet hätte.

Sauvignon Blanc Schiefer Südsteiermark DAC

  • Produzent: Wohlmuth
  • Gebiet: Österreich/Steiermark/Südsteiermark DAC
  • Sorte: Sauvignon Blanc
  • Alkoholgehalt: 12,5 %
  • Jahrgang: 2019
  • Trinkreife: bis ca. 2024
  • Preis: ca. 15.-

Bei diesem Wein springt einem förmlich Paprika und eine gewisse Mineralität aus dem Glas entgegen. Begleitet werden diese Töne von Aromen nach weißem Pfirsich und Stachelbeere. Am Gaumen geht es dann sehr ähnlich weiter. Die noch immer sehr präsenten Paprikanoten werden von einer angenehmen Frucht eingerahmt.

Österreich vs. Deutschland

In der letzten Runde kommt es zum „Kampf“ zwischen großen und kleinen Bruder: hier treten Pinot Noir aus Österreich gegen Spätburgunder aus Deutschland an.

Blauer Spätburgunder Talrain

  • Produzent: Ziereisen
  • Gebiet: Deutschland/Baden
  • Sorte: Pinot Noir
  • Alkoholgehalt: 13 %
  • Jahrgang: 2017
  • Trinkreife: bis ca. 2030
  • Preis: ca. 20.-

Im Glas zeigt sich der Wein schön Rubinrot mit leichten Aufhellungen und orangen Reflexen am Rand. In der Nase dann tritt ein volles Aroma nach Rumtopf und Lakritze hervor. Am Gaumen zeigen sich feine Beerentöne, perfekt eingebundenes Tannin und eine ausgewogene Säure.

Pinot Noir

  • Produzent: Markowitsch
  • Gebiet: Österreich/Burgenland
  • Sorte: Pinot Noir
  • Alkoholgehalt: 14 %
  • Jahrgang: 2018
  • Trinkreife: bis ca. 2025
  • Preis: ca. 14.-

Das Beerenrot dieses Pinot Noir hellt sich zum Rand hin leicht auf. Beim ins Glas riechen liegen spitze und sehr Süße Töne (Hubba Bubba) im Vordergrund. Am Gaumen dann ein ganz anderes Bild: schöne Noten von roten Beeren, eine angenehme Bitterkeit, leicht spürbares Holz und feines Tannin bieten ein angenehmes Trinkvergnügen.

Fazit

Mein persönlicher Sieger ist der eindeutig der Chardonnay von Kirchknopf. Dies vor allem deshalb, da ich auf wuchtige Weißweine stehe, die man meines Erachtens nur viel zu selten bekommt.